Unplugged – zumindest das DSL-Modem wird in den nächsten Wochen offline bleiben.
Ab heute bin ich ausschließlich drahtlos online. Egal, ob öffentlicher Hotspot, Hochschul-WLAN oder via Mobilfunknetz. Die gute alte Kupferader bleibt frei von Bits und Bytes. Hier im Blog seid ihr natürlich live mit dabei – aber auch via Twitter Hashtag #MIDO (Mobile Internet Daniels Onlife) und meinen Social Media Profilen.
Testaufbau
Möglich wird dieser Test Dank der freundlichen Unterstützung der Pressestellen von AVM in Berlin und der 1&1 Internet AG in Montabaur. Ein Feuerwerk von Werbesprüchen müsst ihr aber nicht fürchten. Mir geht es darum, die Praxistauglichkeit dieser neuen Technologien aufzuzeigen.
AVM stellt mir bis Ende Juni kostenfrei eine FRITZ!Box 6840 LTE zur Verfügung. Optisch entspricht die Box der 72xx – Serie, technisch kann man sie getrost mit der 7390 vergleichen. Mit nur einem USB-Anschluss und einem Fon 1 Eingang jedoch deutlich abgespeckt. Telefonie läuft mit bis zu 6 Geräten über den gängigen DECT-Standard. Da ich aber einen reinen Surf-Traif verwende, wird DECT von mir nicht näher behandelt. 4 Gigabit Ethernetanschlüsse sind die offensichtlichste Parallele zur 7390 – die 512 MB internem Speicher für die Systempartitionen die weniger deutliche.

Optisch ansprechender werden die FRITZ!Box LTE 6842 & 6810
1&1 unterstützt diesen Test mit einer Surf-Flat 21.600 LTE-Karte. Momentan wird LTE nur denjenigen Kunden angeboten, die in ihrem Wohngebiet keine brauchbare DSL-Geschwindigkeit erhalten können. Es handelt sich um eine reine Surf-Flat ohne Voice-over-IP Rufnummer.
Vorteile auf beiden Seiten
Der neue Standard LTE wird derzeit deutschlandweit ausgebaut. Für die Netzbetreiber vermutlich ein besseres Geschäft, als der DSL-Ausbau. Anstatt Vermittlungsstelle für Vermittlungsstelle mit Netzwerkkarten (DSL-Ports) auszustatten kümmern sich die Netzbetreiber um ihre Funkmasten. Eine technische Kooperation mit der Telekom muss dann nicht bei jedem neuen Kundenvertrag erfolgen. Bisher werden die DSL-Schaltungen von der Telekom oder beauftragten Unternehmen vorgenommen. Die Auswirkungen habe ich ja schon einige Male hier im Blog thematisiert.
Für Anbieter, wie 1&1 oder Vodafone heißt LTE : Kundenvertrag abschließen, Hardware und SIM-Karte versenden. Der Kunde installiert und geht online. Kein langwieriges Schaltungsdilemma, keine Technikertermine. Dem Kunden dürfte das sehr entgegen kommen.
Testumgebung
Im Tarif 1&1 Surf Flat 21.600 LTE stehen mir 15 Gigabyte Traffic mit der möglichen Höchstgeschwindigkeit an meinem Wohnort zur Verfügung.
Telefonie erledigt weiterhin meine 1&1 All-Net-Flat. Dort stehen immerhin 500 Megabyte Traffic zur Verfügung. Mein iPad nutzt weiterhin via UMTS die 1&1 Notebookflat XL mit 5 GB Traffic.
Last, but not least, steht mir noch eine 1&1 Dayflat-Karte zur Verfügung. Mit immerhin einem kostenfreien Tag pro Monat (jeder weitere Tag 1,99 Euro) kann ich bei Bedarf noch einmal Full-Speed online gehen. Sicherlich hilfreich, wenn Updates mit großem Datenvolumen anstehen.
Unterm Strich sind das rund 85 Euro monatlich für unbegrenztes Telefonieren und 20,5 Gigabyte Traffic. Mit der DSL-Surfflat, die ich sonst nutze, liegen meine monatlichen Kosten momentan bei rund 70 Euro.
(Sehr) Kleines Manko – die Geschwindigkeit
LTE ist noch nicht flächendeckend verfügbar. Ich wohne momentan auch ziemlich am Rand der Ausbauzone, wie auch schon der Verfügbarkeitscheck zeigt. Wie auch bei den Mobilfunkverträgen kooperiert 1&1 bei LTE mit Vodafone.

Hier wird deutlich, dass DSL in meinem Fall mehr Sinn machen würde, als mit LTE unterwegs zu sein. Mein DSL-Anschluss schafft stabil 6 MBit/s. Da der Test nur bis Ende Juni dauern wird, verzichte ich auf den Zukauf einer externen LTE-Antenne, die die mitgelieferten Antennen ersetzen könnte. Damit dürfte sich die Qualität der Verbindung noch ein wenig verbessern lassen. Falls ein Hersteller einer externen Dual-Antenne auf diesen Test aufmerksam wird, wäre mit eine kostenfreie Teststellung natürlich auch sehr angenehm.
Ob mich das bremst?
Da ich viel unterwegs bin und nicht zur Klientel der Filesharer und Sauger gehöre, treibt mir eine etwas langsamere Internetverbindung keine Tränen (mehr) in die Augen. Wer regelmäßig mit dem iPad 3G oder in öffentlichen WLANs unterwegs ist, gewöhnt sich an eine “nicht ganz so schnelle” Internetgeschwindigkeit.
In den kommenden Wochen blogge ich nun regelmäßig über die Box sowie die Erfahrungen damit. Einige Warnungen erhielt ich bereits via Twitter. Via LTE zickt momentan wohl der App-Store von Apple, wenn man via LTE darauf zugreifen will. Mal gespannt, wie sich das auswirkt.
Eure Fragen könnt ihr jederzeit über die Kommentarfunktion im Blog, Twitter, Facebook oder auch google+ an mich richten.
Kritik am Test
Journalisten sollen ja objektiv und neutral über Produkte berichten. Wer darauf verzichtet, kann sich in überschaubarem Maß von den Unternehmen versorgen lassen. Ich hörte davon, das mitunter das ein oder andere Unternehmen auch darauf verzichtet, die Produkte zurückzufordern, wenn die Presse nur angenehm genug ist.
Naja…
Da mit mir das Studium weniger Zeit für meine eigenen Themen lässt, als mir lieb ist, beschränke ich diesen Test auf einen Umfang, den ich nebenher bewältigen kann. Hinzu kommt, dass ich seit einigen Jahren AVM Produkte nutze und auch 1&1 nicht abgeneigt bin.
Insofern spiegelt dieser Test wider, wie ich mich persönlich ausstatten würde. In einem späteren Artikel gehe ich dann darauf ein, welche LTE-Tarife derzeit verfügbar sind.
Wem das zu subjektiv ist, der möge über Kommentare auf Alternativen hinweisen und aufzeigen, wenn ich günstige Angebote übersehe.
Unplugged – zumindest das DSL-Modem wird in den nächsten Wochen offline bleiben. Ab heute bin ich ausschließlich drahtlos online. Egal, ob öffentlicher Hotspot, Hochschul-WLAN oder via Mobilfunknetz. Die gute alte...